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Konzertkritiken versus Verwertungsrechte

Nach der Abmahnung eines Sängers durch große Zeitungen, weil er seine eigenen Konzertkritiken unter Nennung der Quellenangabe zitiert hatte, sind unsere Kritiken leider nur noch im  internen Bereich nachzulesen. Das ist schade, denn bislang ging man davon aus, daß die Veröffentlichung von Konzertkritiken von gegenseitigem Nutzen für Künstler und Presse sei, was aber nicht der Rechtslage entspricht.

Diese Seite kann Ihnen deshalb nur einen sehr unvollständigen und unausgewogenen Einblick über unsere Kritiken geben. Vielen Dank an diejenigen Kritiker, die uns die Abdruckgenehmigung erteilt haben!

... einige Kritiken

2016

Für das Konzert in Celle mit dem Posaunisten Mikael Rudolfsson bekamen wir von Rolf-Dieter Diehl eine Kritik in der CZ. Wir danken ihm herzlich für seine Veröffentlichungsgenehmigung!

Cellesche Zeitung, 8.2.16

Beeindruckende Hörerlebnisse

 Rund 200 Zuhörer, darunter etwa 30 Flüchtlinge, die mit spontaner Unterstützung durch den Malteser Hilfsdienst einer entsprechenden Einladung des Veranstalters gefolgt waren, erlebten am Samstag in der Alten Exerzierhalle ein rundum begeisterndes Konzert. Zu Gast war das „Collegium musicum“, das Orchester der Leibniz-Universität Hannover, unter der Leitung von Sönke Grohmann. Neben der Irischen Rhapsodie Nr. 1 von Charles Villiers Stanford und Mendelssohn Bartholdys „Schottischer“ Sinfonie war es vor allem das Posaunenkonzert op. 114 des zeitgenössischen Komponisten Derek Bourgeois, das das Publikum in Superlativen schwelgen ließ.

Das 1988 im romantischen Stil komponierte spektakuläre Werk gefiel durch seine spannungsvoll-frische und dabei höchst musikalische und intensive Interpretation durch den schwedischen Solo-Posaunisten Mikael Rudolfsson. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der er immer wieder in den Orchesterklang ein- und aus ihm wieder auftauchte, war einfach toll. Er präsentierte eine virtuose Posaunenkunst der Farbenvielfalt, die mit immensem Klangreichtum daherkam. Dabei gelang ihm das einschmeichelnd Biegsame im Allegro ebenso souverän wie die knarzenden Staccato-Attacken im Presto. Vor allem die genüsslich zelebrierten Ausdrucksfinessen zwischen knalligen Tönen und „Weichmachern“ gestalteten sich zu beeindruckenden Hörerlebnissen und ließen die gebannt lauschenden Zuhörer immer wieder die sprichwörtlichen Ohren spitzen, wenn Rudolfsson in gekonnt verzahntem Zusammenspiel mit dem Orchester sonore Klangflächen und Bewegung wirkungsvoll in Artikulation und Dynamik umzusetzen begann.

Mit der „Schottischen“ stand nach der Pause die wohl beliebteste Sinfonie von Mendelssohn auf dem Programm, inspiriert vom Schaurig-Schönen, dabei einen ur-romantischen Geist atmend. Grohmanns Interpretation – mit Klangbildern von Nebel, Sturm und Regen bis hin zu einer „Dudelsack“-Klarinette – geriet dabei zu einer ungemein dichten romantischen Atmosphäre, angefangen bei der schier endlosen Ruhe des langsamen Satzes mit seiner elegischen Mondscheinnacht-Stimmung, bis hin zum leise triumphierenden „attacca“-Übergang vom hymnisch sich aussingenden Adagio ins „vivacissimo“-Finale. Da griff ein Orchesterrad präzise ins andere, ohne in mechanisches Musizieren zu verfallen. Im Gegenteil: Grohmann durchglühte den ballasdesken Tonfall der Musik mit aufrüttelnder dramatischer Verve, beinahe so, als handle es sich um Bühnenmusik. Mitreißend schön.

Rolf-Dieter Diehl

 

2015

Für das Konzert in Celle mit Valentino Worlitzsch bekamen wir von Rolf-Dieter Diehl eine Kritik in der CZ. Wir danken ihm herzlich für seine Veröffentlichungsgenehmigung!

Cellesche Zeitung 20.7.15

Vergnügen für Musiker und Publikum

Valentino Worlitzsch und das 'collegium musicum' begeistern in Celle auf der ganze Linie

Ein leidenschaftlich gestaltender Solist, ein begeisterungsfähiger Dirigent und ein unbeschwert aufspielendes Orchester ließen die Zuhörer am Samstag in Celles Alter Exerzierhalle in Superlativen schwelgen

Vom ersten Bogenstrich an zog der in Hambühren wohnhafte und in Weimar studierende Cellist Valentino Worlitzsch die gespannte Aufmerksamkeit der rund 200 Zuhörer in der Alten Exerzierhalle auf sich, als er mit einem geheimnisvoll raunenden Celloton in die Klangwelt von Tschaikowskis 'Rokoko-Variationen' eintauchte, in denen der Komponist seinerzeit seine Sehnsucht nach einer anderen Gegenwart zum Ausdruck brachte. Schon für das einleitende Thema selbst wählte Worlitzsch - charakteristisch für seine lustbetonte und bis ins Detail meisterhafte Spielart - ein Spiccato, das knackiger nicht hätte sein können. Und in den nachfolgenden klanglichen Wechselbädern zwischen 'Andante grazioso' und 'Allegro vivo' formte der bereits mehrfach ausgezeichnete Musikstudent mit sichtlichem Vergnügen die in dieser Musik vertonten Emotionen in inspirierender Zweisamkeit zwischen sich und seinem 'Grancino'-Cello zu einem mitreißenden Melodienstrom. Dabei erwies er sich nicht nur im zauberhaft sphärischen Pianissimo als gefühlvoll und empfindsam gestaltender Interpret: Selbst sein Forte war von großer Empathie getragen und hatte weniger mit äußerer Lautstärke zu tun als mit innerem Aufruhr. Die Bogenspannung wurde dabei bisweilen aufs Äußerste beansprucht. Und unablässig lud Worlitzsch in seinem Spiel Spannung nach und meisterte buchstäblich spielerisch auch Läufe von atemberaubender Geschwindigkeit. So gelang es ihm, die Charaktere der sieben Variationen des galante Rokoko-Themas ungemein pointiert und vielfältig zu präsentieren. Begleitet wurde der junge Solist vom 'collegium musicum', dem Sinfonieorchester der Leibniz Universität Hannover unter der Leitung von Sönke Grohmann. Ein Orchester, das ihm einen dichten und doch auch überaus fein gewobenen Klangteppich ausbreitete, wie man es sich als Solist nur wünschen kann. Den Orchesterchef bei seiner Arbeit zu beobachten, war zudem ein Erlebnis für sich, wenn er zwischen ausgeklügelt sortierenden Handbewegungen und lustvoll zupackenden Tanzgebärden die pulsierenden Blutbahnen und Nervenstränge von der Partitur in die Orchesterreihen verlegte. Diesen Genuss bot Grohmann den begeisterten Zuhörern auch im zweiten Konzertteil bei Schumanns 'Frühlingssinfonie'. Dynamisch bis in die Fingerspitzen übertrug er - einfühlsam zwischen Verlangsamung, Innehalten und Beschleunigung changierend - seinen jungenhaften Elan auf das erfrischend locker und spielfreudig agierende Orchester. Wie aus dem Nichts kräuselten sich die Rhythmen zu aufschäumenden musikalischen Kaskaden, als das Ensemble die innige Musik, etwa das poesiegetränkte Larghetto, mit aufblühend pulsierendem Leben füllte und ihr mit Assoziationen von aufplatzenden Knospen und auffliegenden Schmetterlingen den unverzichtbaren romantischen Odem einhauchte. Ein Konzert, bei dem man ohne Übertreibung von einem großen Genuss sprechen darf.

Rolf-Dieter Diehl

2014

2014 bekamen wir zu Carmen und dem Brahms-Requiem mit dem Unichor eine Vorankündigung und eine Kritik in der HAZ, die jedoch nicht online nachlesbar sind. Deshalb müssen Sie mit folgenden Mitteilungen zu Carmen vorlieb nehmen:

http://www.uni-hannover.de/de/aktuell/online-aktuell/details/news/298/

http://www.chor.uni-hannover.de/pressestimmen.html

 

2013

2013 gaben wir ein Benefizkonzert in Winsen für den NABU und danken Herrn Rolf-Dieter Diehl für die Veröffentlichungsgenehmigung seiner Kritik! Hier können Sie die Kritik samt Foto bei der Celleschen Zeitung einsehen.

Cellesche Zeitung, 01.07.2013

Zwischen Eleganz und Ruppigkeit

Stehende Ovationen gab es für das Konzert des Orchesters „collegium musicum“ in Winsen. Dabei sorgte der spanische Tuba-Virtuose Rubén Durá de Lamo mit seinem Solo-Vortrag für Furore.

WINSEN. Die weit über 150 Zuhörer in der St. Johannes-Kirche in Winsen waren begeistert. Mit stehenden Ovationen überschütteten sie die Musiker des „collegium musicum“ - Sinfonieorchesters der Leibniz-Universität Hannover am Ende des Benefizkonzertes zugunsten des Naturschutzbundes NABU. Unter der Leitung von Thomas Posth hatte das 60-köpfige Ensemble – darunter die in Winsen lebende Bratschistin Gudrun Nitschke mit ihrem ersten „Heimspiel“ – ein hochkarätiges Programm geboten.
Mit den sanft gleitenden Tönen von Mendelssohns „Hebriden“-Ouvertüre, wogenden Wellen gleichend und in einer tosenden Brandung mündend, eröffnete das Orchester das Konzert. Zart schmiegten sich Holzbläserfiguren ins wellende Streichermeer, in dem Posth in einer geradezu schwelgerischen Dramaturgie für erfrischende Gischtwolken subtilster Ausdrucksnuancen sorgte.
In der so geschaffenen Klang-Oase kam die schwergewichtige Tuba als Soloinstrument des folgenden Stückes mit ihrem Klischee als „Bierzelt-Humptata“-Lieferant beinahe wie ein Fremdkörper daher. Doch der spanischstämmige Solist Rubén Durá de Lamo belehrte das zunehmend begeisterte Publikum bei Vaughan Williams Konzert für Tuba und Orchester schnell eines Besseren.
Mit einem selten gehörten Farbreichtum von Grabestiefen bis zu hornähnlichen Höhen präsentierte er den „elefantösen“ Tieftöner als ein überraschend charismatisches Melodieinstrument, vor allem im langsamen Satz, der Romanza, als er die Tuba mit einer schier unglaublichen Zartheit spielte. Das schwungvolle Tempo des Orchesters, schönste Balanceakte zwischen Eleganz und Ruppigkeit, zwischen Tiefsinn und schwelgerischem Genuss verliehen dem Konzert eine enorme Spannung. In seiner Solo-Zugabe setzte sich de Lamo mit improvisatorischen Schelmereien und unverhohlenem Genuss über akademische Stilgrenzen hinweg. Garniert mit unterschiedlichen Akzentuierungen von Tonhöhe und Lautstärke ließ er Grundton und verschiedene Obertöne ineinandergreifen und schien die Tuba mit fantastisch integrierten Lauten und Geräuschen akustisch mitunter in ein Didgeridoo verwandeln zu wollen.
Da wirkte der Schleier der Melancholie und Schwermut, der Schumanns d-Moll-Sinfonie umgibt, geradezu entschleunigend. Mit filigraner und präziser Gestaltung und wunderbar differenzierten Farbnuancen machte Posth diese ohne Pause miteinander verbundene viersätzige Musik zu einem besonders tiefen und bewegenden Hörerlebnis, bei dem das überschäumende Temperament des Scherzos am Ende zu pastoraler Innigkeit findet.

Rolf-Dieter Diehl

1993

1993 spielte das collegium musicum wie damals wohl regelmäßig üblich eines seiner zwei Konzerte in Burgdorf. Das Orchester dankt Matthias Schorr für die Abdruckgenehmigung. Lesen Sie selbst, wie sich das Orchester über die Zeiten verändert haben mag.

Februar 1993, (ohne Quellenangabe, Zeitung aus Burgdorf)

Dvorak mit Brio und Bravour
Das Collegium Musicum konzertierte in Burgdorf

Antonin Dvorak 1894/95 entstandenes Cellokonzert in h-moll ist überhaupt das Stück für großes Orchester und Cello. Diese Reihenfolge mag befremden, aber welcher Cellist außer Casals und Rostropovich hat es schon geschafft, sich durch Dvoraks triumphierende Orchester-Tutti hindurch Gehör zu verschaffen, geschweige denn, die Idyllen in dieser Musik nicht nur zu forcieren und nicht nur auf dem schmalen, vereisten Grat zwischen Klang und Krach zu balancieren. Also ein dicker Brocken sowohl für den in Lübeck bei Rostropovichs Meisterschüler David Geringas studierenden Solisten Nicolai Schneider als auch für das große Sinfonieorchester des Collegium Musicum, das in diesem Stück zwischen sensibelster Begleitung und aufwühlender Symphonik alle technischen und musikalischen Register ziehen mußte.
Man hat gewagt - und man hat gewonnen. Nachdem das Cello erst einmal ordentlich im Podium verankert war, packte Nicolai Schneider das aus knisternder Orchesterspannung hervorbrechende Anfangsthema so resolut und überzeugend am Kragen, daß man sich um die vielfältigen Klippen im Verlauf dieses Konzerts kaum noch Sorgen machen mußte. Auf dem Boden traumwandlerischer technischer Souveränität entwickelte Schneider die vier rhapsodisch verarbeiteten Themen des Allegro mit einem gehörigen, aber nie betriebenen Schluß slawischer Inbrunst und überzeugte in dichten, voll ausgespielten Kantilenen ebenso, wie mit rasenden, blitzsauberen Doppelgriff-Passagen. Die herrliche Stelle in der Durchführung des ersten Satzes präsentierte die Flöte in innigem, tief melancholischem Zwiegespräch mit dem singenden Solocello, das auch bei leisesten Tönen immer einen gesunden Tonkern zeigte und nie kraftlos wirkte.
Später hörte man bestgestimmte, samtene Hörner und sauber intonierte Begleit-Kantilenen des kurzfristig eingesprungenen Konzertmeisters. Dieter Becker hatte als Dirigent und Koordinator alle Hände voll zu tun, Orchester und Solisten bezüglich Tempovorstellungen an einen Tisch zu bekommen, zumal diese Musik von und mit Verzögerungen und Beschleunigungen lebt. Die Bläser im Hintergrund der tiefen Bühne hörten sicherlich nichts vom Cello, und so wurde Becker zum einzigen, im Kampf mit dem Notendickicht zuweilen etwas vernachlässigten Fokus, dem er mit unmißverständlicher Zeichengebung gerecht wurde. Dvoraks zu Herz und Gemüt gehende Musik wurde hier zum spannenden Erlebnis, musiziert mit Brio und Bravour.
Der Abend war zuvor mit Schuberts Ouverture zur "Zauberharfe" (bekannter als Vorspiel zu Helmine von Chzy's "Rosamunde") und zu Mozarts C-Dur Sinfonie Nr. 36 eingeleitet worden. In Schuberts schlichter Bühnenmusik hatte man noch Mühe, den musikalischen Faden zu finden, Geigenläufe gerieten bisweilen zu etwas bizarren Aufläufen, wogegen die Holzbläser wie auch in der folgenden Mozartsinfonie mit gepflegtem, geschmeidigem Ton überzeugten. Unterstützt von einer zuverlässigen und aufmerksamen Baßgruppe fanden die Geigen nun besser zusammen und folgten Dieter Beckers auf akzentuierte Strukturierung ausgelegter Interpretation mit mutig drängenden Sechzehnteln, gesanglichen, weitbögigen Themen im Andante und hübsch überdehnten Auftakten im Menuett. Die Bratschen hatten ihren großen Auftritt mit kraftvoller, selbstbewußter Themenvorstellung im Presto, das von Becker überaus spritzig und flott angegangen wurde.
Burgdorf kann sich freuen, daß es vom Collegium Musicum zum regelmäßigen Austragungsort seines Vorkonzerts gewählt wird. Allerdings darf das Orchester nicht größer werden, sonst müßte es mit dem Publikum in der Aula die Plätze tauschen.

Matthias Schorr